Die elegante Suche nach alten Bekannten 0 



Es ist jedem schon einmal passiert: Ein kurzer Gedankenblitz, wie lange man Bernd, Katja oder Frank nicht mehr gesehen hat und die darauffolgende dumpfe Erkenntnis, daß E-Mail, Telefonnummer und Co nicht mehr funktionieren. Schade. Dabei war es immer so nett mit ihr… oder ihm. Wahrscheinlich verzogen. Wirklich Schade. Natürlich schaltet man in so einem Fall nicht quer durch Deutschland Radiowerbung - schon der Bequemlichkeit wegen. Überhaupt, wer sucht, muß erreichbar sein. Und es fühlt sich reichlich merkwürdig an, die eigene E-Mailadresse oder Nummer zu veröffentlichen um sie dann auf dem Google-Datenfriedhof oder der Bild- Titelseite wiederzufinden. Und deshalb läßt man es eben. Schade.

Schön wäre es, irgendwo deklarieren zu können, wen man mal wiedersehen möchte, ohne daß gleich die Kontaktdaten veröffentlicht werden. Wozu auch. Sich finden ist eben eine private Angelegenheit und nichts für das Massenpublikum. Sicherlich gehören zum "sich Finden" immer zwei. Nur wer sich bereitwillig Suchen läßt, kann auch gefunden werden. Aber ein bißchen Lust auf alte Bekannte hat doch jeder und wenn man sich selbst irgendwo als Suchender deklariert, tun es vielleicht auch die, die man sucht.

Gibt es so eine Art "Geheimverzeichnis"? Klares Ja: Und wie funktioniert das? Man melde sich dort an und deklariere seinen Vor- und Nachnamen. Die Aktiven unter uns speichern Ihre Botschaften an gesuchte Bekannte, die sie mit Vor- und Nachnamen adressieren. Diese Botschaften erreichen alle Nutzer, deren deklarierter Vor- und Nachname übereinstimmt. Es können also durchaus mehrere Nutzer die Botschaft erhalten. Die von angemeldeten Nutzern verfaßten Nachrichten bleiben gespeichert, und werden auch allen neuangemeldeten Nutzern mit passenden Namen geschickt.

Klingt einfach genial. Oder doch nach Spammaschine? Welche Mechanismen wirken dem Mißbrauch entgegen?:
- Weder die Vor- und Nachnamen der Benutzer, noch der Nachrichten oder ihre Inhalte werden veröffentlicht. Die Daten werden auch nicht an Dritte weitergegeben.
- Nachrichten werden erst nach korrekter Bildcode-Bestätigung gespeichert und versendet.
- Die Nachrichtenschreiber können einen als Kontaktmöglichkeit angeben und so die "Quasi-Veröffentlichung" Ihrer E-Mail-Adresse vermeiden.

Durch die Speicherung besteht immer die Chance, alte Bekannte wiederzutreffen. Aber selbst, wenn mal einer dabei ist, mit dem man nichts mehr zu tun haben will: Der Versender erfährt nicht, ob jemand seine Nachricht erhalten hat. Das letzte Wort, sich erkennen zu geben, hat also auf jeden Fall der Kontaktierte.

Manchmal ist es diese wage Kombination aus kleinen Taten und Glück, die gute Freundschaften wieder zueinander finden lassen.

geschrieben von berger

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Artikel geschrieben am 15.02.2008 - 08:37:12, letzte Änderung am 05.03.2008 - 02:52:31.

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